Medical Cooling – Deutsch
AIRCHILL · Medizintechnik in Entwicklung
Zuletzt geprüft: 18. August 2026 · Trust Center / Änderungsverlauf
Kontrollierte Kühlung, in die Beatmung integriert.
AIRCHILL ist ein Entwicklungskonzept für einen Transportventilator, der Beatmung mit kontrollierter respiratorischer Kühlung verbindet. Der thermische Mechanismus wurde präklinisch und an gesunden Probanden untersucht. 0 Patienten wurden mit AIRCHILL behandelt; klinischer Nutzen und Patientensicherheit sind noch nicht nachgewiesen.
Aktueller Stand · 19. August 2026
Die aktuelle AIRCHILL-Entwicklungslogik.
AIRCHILL befindet sich in Entwicklung: keine CE-Kennzeichnung, keine FDA-Freigabe und nicht für die Patientenversorgung bestimmt. Der heutige Stand ist ein Labor-Demonstrator etwa auf TRL 4 ohne Design Freeze.
Timing als prüfbare Hypothese
Präklinische AIRCHILL-Daten und die breitere Tierliteratur begründen die prospektiv zu prüfende Frage, ob frühere kontrollierte respiratorische Kühlung relevant sein kann. Timing allein ist kein Wirksamkeitsnachweis; Route, thermische Verteilung, Patientengruppe und Dosis müssen gemeinsam untersucht werden.
Erteilte Schutzrechte
Zur Patentfamilie gehören EP3509683B1, erteilt am 24. Januar 2024, und US11395900B2, erteilt am 26. Juli 2022. Beide Rechte werden allein vom Erfinder Fabian Temme gehalten.
Nächster Evidenz-Gate
Ziel des nächsten Programms ist zunächst ein AIRCHILL-spezifischer Datensatz zu Produktleistung und Patientensicherheit und anschließend die prospektive Prüfung und Quantifizierung eines möglichen patientenrelevanten Nutzens.
Geräte- und Integrationsstrategie
Der erste zertifizierbare Plattformansatz verbindet den proprietären Ventilations-/Kühlkern mit reifen zugekauften oder OEM-Komponenten, sofern deren Integration regulatorisch vertretbar ist. Der Umfang wird vor allem über Zweckbestimmung und Claims begrenzt, nicht durch einen künstlich funktionsarmen Hardware-MVP.
In 10 Sekunden
Was existiert heute?
Labor-Demonstrator auf etwa TRL 4, definiertes Produktkonzept und erteilte Patente in Europa und den USA.
Was ist noch nicht bewiesen?
Keine AIRCHILL-Patientenwirksamkeit, keine CE-Kennzeichnung, keine FDA-Freigabe und kein etablierter klinischer Outcome-Nutzen.
Was ist der nächste Werttreiber?
Bench-, Atemwegssicherheits- und Verifikationspaket mit klaren Go-/Stop-Kriterien.
Wo beginnt die Due Diligence?
Investor Snapshot → Evidenz → Regulatorik → strukturierter Investor Data Room.
Gemessener Mechanismus – mit klaren Grenzen.
Anteriorer Gehirnbereich nach fünf Minuten im publizierten Schweinemodell.
Gesamtgehirn im selben Zeitraum; posterior praktisch keine Änderung.
Inferiorer Frontallappen bei gesunden Probanden in der ISMRM-Arbeit.
Des maximal gemessenen Effekts wurden innerhalb von drei Minuten erreicht.
Präklinische Kaltluftbeatmung; Lungenhistologie im untersuchten Aufbau intakt.
Keine AIRCHILL-Wirksamkeits- oder Patientensicherheitsdaten.
Szenariomodelle · keine Prognosen
Sechs klinische Felder, sechs unterschiedliche Evidenzgeschichten.
Alle +1/+3/+5-Prozentpunkt-Szenarien sind reine Sensitivitätsrechnungen. Studien-Signale werden als Best Case kenntlich gemacht und nicht auf AIRCHILL übertragen.
7.500 modellierte geeignete Patienten/Jahr
+1 pp = 75 · +3 pp = 225 · +5 pp = 375 zusätzliche neurologisch günstige Überlebende. Signalbasierter Best Case aus der Registeranalyse: adjustierte OR 1,60 auf 14-%-Baseline ≈ +6,7 pp bzw. ~500. Beobachtungsstudie, kein Kausalnachweis und kein AIRCHILL-Effekt.
21.609 Thrombektomien 2024 als oberer Systemrahmen
+1 pp ≈216 · +3 pp ≈648 · +5 pp ≈1.080 zusätzliche mRS-0–2-Outcomes. COTTIS-Signal: 68,2 % vs. 29,5 %, +38,7 pp → rechnerisch ~8.363. Kleine, nicht randomisierte Matched-Pair-Analyse; COTTIS-2 soll die Frage randomisiert prüfen.
~980 Fälle/Jahr als oberer deutscher Rahmen
+1 pp ≈10 · +3 pp ≈29 · +5 pp ≈49 zusätzliche günstige Outcomes gegenüber heutiger Standardversorgung. Therapeutische Hypothermie ist bei moderater/schwerer HIE bereits etabliert. Historischer RCT-Anker: 44 % vs. 62 % Tod oder moderate/schwere Behinderung, also 18 pp; kein inkrementeller AIRCHILL-Effekt.
Kühlungsnotfall, aber „Hitzetote“ ≠ Hitzschlagkohorte
Pro 100 vergleichbare schwere Fälle: +1/+3/+5 pp = 1/3/5 zusätzliche Überlebende. Japanisches Registersignal: 21,5 % vs. 35,5 % Krankenhausmortalität, rechnerisch 14 zusätzliche Überlebende/100. Die vom RKI geschätzten ~3.000 hitzebedingten Todesfälle/Jahr sind keine behandelbare AIRCHILL-Zielpopulation.
7.500 operative Modellpopulation
+1 pp =75 · +3 pp =225 · +5 pp =375 günstige funktionelle Outcomes. LTH-1-Subgruppensignal bei ICP ≥30 mmHg: 60,82 % vs. 42,71 %, +18,11 pp → ~1.358. POLAR war neutral, Eurotherm3235 zeigte trotz ICP-Senkung schlechtere funktionelle Ergebnisse; Gesamtevidenz widersprüchlich.
~44.000 sportbezogene Concussions/Jahr
+1 pp =440 · +3 pp =1.320 · +5 pp =2.200 günstigere Verläufe. Beobachtungssignal mit externer Kopf-/Nackenkühlung: >14 Tage Ausfall 24,7 % vs. 43,7 %, Differenz 19 pp → ~8.360. Kein aktueller AIRCHILL-Use-Case, da typische Patienten wach und nicht intubiert sind.
Forschungsplattform · therapeutische Gase
Kühlung plus kontrollierte Gasgabe – als getrennt zu prüfende Forschungsachsen.
AIRCHILL hat keine Patientendaten mit therapeutischen Gasbeimischungen. Ein positives Signal eines Gases ist kein Wirksamkeitsnachweis der Kombination mit AIRCHILL.
Molekularer Wasserstoff H₂
HYBRID II untersuchte 2 % H₂ über 18 Stunden nach OHCA. Primärer 90-Tage-CPC-1–2-Endpunkt: 56 % vs. 39 %, p=0,15 – nicht statistisch signifikant; sekundäre Survival-/mRS-Signale rechtfertigen weitere Forschung.
Argon
Starke präklinische Post-Arrest-Signale; klinische Translation mit hohen Argon-Anteilen läuft. Hauptfragen für EMS: Gasvolumen, Gewicht, FiO₂-Kontrolle und gasabhängige Flow-Kalibrierung.
Inhaliertes Stickstoffmonoxid (NO)
Etablierter inhalativer pulmonaler Vasodilatator mit experimenteller neurovaskulärer Rationale. Ein neurologischer Outcome-Nutzen nach Arrest, Schlaganfall oder TBI ist nicht etabliert. NO/NO₂- und MetHb-Kontrollen wären zwingend.
Xenon
Randomisierte Post-Arrest-Studie zeigte ein MRT-Biomarkersignal unter Xenon + Hypothermie, aber keinen bewiesenen klinischen neurologischen Vorteil. Hohe Konzentration, Kosten und Gasrückgewinnung machen die Umsetzung komplex.
Helium
Derzeit eher als physikalischer Träger für Wärme- und Flow-Experimente interessant. Klinische Neuroprotektion ist nicht etabliert; vor Schlaganfallstudien wäre eine eigene Interaktionsprüfung mit Thrombolyse nötig.
CO · N₂O · H₂S · CO₂
CO, Lachgas und H₂S haben mechanistische/präklinische Signale, aber aktuell kein attraktives Sicherheits-/Evidenzprofil. Milde Hyperkapnie gehört zur Beatmungssteuerung; TAME zeigte keinen besseren neurologischen Outcome.
Evidenz
Mechanismus, Sicherheit, Performance und klinischer Outcome sind getrennte Gates.
Die Arbeiten am UKE unter BMBF Go-Bio 031A530 umfassten insgesamt 14 Schweine und 11 gesunde Probanden; die publizierten Einzelresultate stammen aus kleineren Teilgruppen. PRINCESS war für frühe transnasale Kühlung neutral. TTM2 zeigte keinen Nutzen später 33-°C-Kühlung gegenüber Fieberprävention. HYPERION und Registerdaten liefern positive Signale mit jeweils wesentlichen methodischen Einschränkungen.
Was belegt ist
Lokale Temperaturänderung durch hohe Kaltluftflüsse; präklinische Atemwegsverträglichkeit im untersuchten Aufbau; technischer Proof of Mechanism.
Was noch gezeigt werden muss
Reproduzierbare technische Leistung des finalen Geräts, Patientensicherheit, klinische Prozessintegration und jeder patientenrelevante Outcome-Vorteil.
Studienprinzip
Bei Gasen: Cooling alone · Gas alone · Cooling + Gas. Bei Indikationen: prospektiv definierte Population, funktionelle Endpunkte und klare Sicherheits-/Stopping-Regeln.
Regulatorik · Planungsannahmen
EU/Deutschland, FDA und NMPA – mit separatem Drug-Device-Risiko.
EU / Deutschland
Aktuelle Arbeitshypothese: MDR IIb für eine erste Minimum Certifiable Configuration (MCC) mit vollständig entwickeltem Beatmungs-/Kühlkern; etwa 30–48 Monate ab Design Freeze. Reife Zukauf-/OEM-Hardware kann von Anfang an Teil der Plattform sein, soweit die finale Systemgrenze und Funktion die Klassifizierung oder Evidenzlast nicht unverhältnismäßig verschärfen. QMS, Risiko, technische Dokumentation, klinische Bewertung/PMCF, PMS/PSUR, UDI/EUDAMED und deutsche MPDG/Betreiberanforderungen gehören zum Pfad.
USA / FDA
Erster Gate: Q-Submission/Pre-Sub. 510(k) ist Ausgangshypothese; De Novo ist Fallback, falls die Kühlfunktion keinen geeigneten Predicate zulässt. Planung: etwa 24–42 Monate bei 510(k), 30–48 Monate bei De Novo.
China / NMPA
Erster Gate: formale Klassifizierungsbestimmung. Imported Class III ist die konservative Arbeitshypothese. Produkttechnische Anforderungen, lokale Prüfungen, klinische Bewertung und ggf. Studie; Planung ca. 24–48 Monate.
Kernnormen
ISO 13485 · ISO 14971 · IEC/EN 60601-1, -1-2, -1-8, -1-12 (ggf. -1-10) · ISO 80601-2-84 · ISO 18562-Reihe · ISO 15001 · IEC 62304 · IEC 81001-5-1 · IEC 62366-1 · ISO 10993 · ISO 14155 · ISO 20417 · ISO 15223-1 · relevante Atemgas-/Connector-, Wiederaufbereitungs-, Sterilisations- und Verpackungsnormen. Therapeutische Gasmodule lösen zusätzlich Gasmonitoring-, Flaschen-/Anschluss- und ggf. H₂-Explosionsschutzprüfungen aus.
Alle Klassen, Zeit- und Kostenwerte sind Planungsannahmen bis zur formalen Behörden-/Benannten-Stellen-Interaktion. Keine CE-/MDR-Konformität, keine FDA Clearance/Approval und keine NMPA-Registrierung werden behauptet.
Gerätekonzept
Möglichst vollständige Hardwareplattform – fokussierte erste Zweckbestimmung.
Wir planen bewusst kein hardwareseitig künstlich abgespecktes MVP, sondern eine Minimum Certifiable Configuration (MCC) mit vollständigem sicherheitskritischem Beatmungs- und Kühlkern und einer möglichst vollständigen Hardwareplattform. Der größte Teil der zusätzlichen Hardware soll nicht neu entwickelt werden: Monitoring, Absaugung, ECG/Defibrillation und Telemedizin sind überwiegend als etablierte Zukaufkomponenten, OEM-Module oder Standardschnittstellen vorgesehen. Wenn ihre Integration Klassifizierung und Evidenzlast nicht unverhältnismäßig verschärft, ist es sinnvoller, diese reifen Komponenten von Anfang an in die zertifizierbare Plattform einzuplanen, statt zuerst ein künstlich reduziertes Gerät zuzulassen und danach einen zweiten großen Integrations- und Änderungszyklus zu erzeugen. Der eigene Entwicklungsfokus liegt auf Kaltgasweg, Temperatur-/Flow-Regelung, Sauerstoffsicherheit, Steuerung und sicherer Systemintegration. Auch Zukaufteile bleiben Teil von Lieferantenqualifizierung, Schnittstellenspezifikation, elektrischer/softwareseitiger Kompatibilität, Risikomanagement und Systemverifikation.

Design-Rendering, kein zugelassenes Serienprodukt. Labor-Demonstrator ungefähr TRL 4. Die V1-Medienarchitektur ist festgelegt; mechanischer, elektronischer und fertigungsgerechter Design Freeze bleibt offen.
Entwicklung & Finanzierung
Kapital folgt den Evidenz-Gates.
Gate A: Bench, Atemwegssicherheit, Gasweg, Transport/Vibration, Sauerstoffkompatibilität und Normenprüfung.
Gate B: geplante First-in-patient-Feasibility, derzeit ca. 40–80 Patienten.
Gate C: geplante bestätigende Studie, derzeit ca. 300–600 Patienten; finale Fallzahl erst nach belastbaren Effekt-/Ereignisraten.
Aktuell modellierte Runde über 30 Monate; indikative Folgefinanzierung 10–15 Mio. €. Interne Low/Base/High-Planung bis Performance-Claim: 12/17/24 Mio. €.
Unterstützt durch Ethical Saving gUG.
Spenden unterstützen Bench-Arbeit, präklinische Sicherheit, Studienvorbereitung, Erstattungsgrundlagen und offene Veröffentlichung – einschließlich negativer Ergebnisse. Eine Spende ist keine Investition und vermittelt keinen Anteil oder Renditeanspruch.
Interaktiver Entwicklungsprototyp
Die Bedienoberfläche ist ein externer Entwicklungsprototyp und kein zugelassenes Medizinprodukt. Externe Inhalte werden nicht automatisch eingebettet.
Der externe Prototyp wird erst nach Ihrem ausdrücklichen Klick geladen.
Global Activities
Aktivitäten und Kooperationen in Berlin, Hamburg, Lissabon, Braga, Eindhoven, San Diego, Qingdao und Taipei. Die Standortübersicht wird mit Forschung, Entwicklung, Partnern und Veranstaltungen fortlaufend ergänzt.
Die nächste Evidenzstufe mit uns aufbauen.
Gesucht werden klinische Forschungspartner, Engineering- und Fertigungspartner, Regulatory-/Drug-Device-Expertise sowie langfristig orientierte Medizintechnik-Investoren.
Status August 2026: AIRCHILL ist ein Entwicklungsprojekt. Keine klinische Wirksamkeit, keine bewiesene Patientensicherheit, keine Marktzulassung und kein neurologischer Outcome-Claim.
Quellen & Annahmen
Nachprüfbare Quellen, sichtbare Modellgrenzen.
Zentrale Studien- und Behördenquellen dieser Seite sind direkt verlinkt. Planungsannahmen, abgeleitete Werte, übertragene Sensitivitäten und noch fehlende Daten werden separat im Transparenzregister geführt.
AIRCHILL / Sedlacik · TTM2 · PRINCESS · HYPERION · COTTIS · LTH-1 · POLAR · HYBRID II · TAME · EU MDR
Global Impact AtlasVollständiges Quellen- & Annahmenregister
OEM-first: breite Plattform, fokussierte Eigenentwicklung
AIRCHILL entwickelt die differenzierende Technologie selbst: kontrollierte respiratorische Kühlung, sicherheitskritischen Gasweg, Regelung und sichere Systemintegration. Ausgereifte Funktionen wie EKG, Defibrillation, Absaugung, Patientenmonitoring, 5G und Telemedizin sollen bevorzugt über qualifizierte Zukauf- oder OEM-Module bzw. Standardschnittstellen integriert werden. Dadurch kann die erste zertifizierbare Plattform funktional vollständig sein, ohne etablierte Medizintechnik neu zu erfinden.
Die regulatorische Verantwortung bleibt beim AIRCHILL-Gesamtsystem: Lieferantenqualifizierung, Schnittstellen, elektrische und softwareseitige Kompatibilität, ISO-14971-Risikomanagement, Cybersecurity, Human Factors und System-V&V müssen für die konkrete integrierte Konfiguration nachgewiesen werden.
Aktuelle Entwicklungsinformationen · Source v73 · 30. August 2026
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